1. Welche Hauttypen gibt es – und was hat es mit dem ‘Hautzustand’ auf sich?
Beginnen wir mit dem letzten Teil der Frage. Denn meist werden Hautzustand und Hauttyp entweder verwechselt oder synonym verwendet.
Fakt ist: Der Hautzustand kann von inneren und äußeren Faktoren beeinflusst werden und beschreibt die Eigenschaften der Hautoberfläche. Dadurch, dass er beeinflussbar ist, verändert sich der Hautzustand im Laufe des Lebens oft mehrmals.
Und jetzt die Überraschung – du kannst deinen Hautzustand auch selbst beeinflussen (!). Neueste Studien zeigen, dass der Hautzustand nicht nur im Laufe des Lebens, sondern sogar monatlich und täglich variieren kann.
Wenn man von dem Zustand der Haut spricht, handelt es sich meistens um die Barrierefunktion der Haut und um die Zusammensetzung des Hydrolipidfilms [1].
Was ist der Hydrolipidfilm?
Der Hydrolipidfilm ist ein aus Schweiß- und Talgdrüsen gebildeter Säureschutzmantel.

Dieser Säureschutzmantel
- schützt vor Austrocknung und äußeren Reizen,
- die Fette der Talgdrüsen machen die oberste Schicht der Haut wasserabweisend und geschmeidig.
Einen großen Einfluss auf den Hautzustand haben also die Talgdrüsen, denn für eine gesunde Haut ist es wichtig, dass die Talgproduktion ausgeglichen ist. Hier versteckt sich auch eine genetische Komponente: Manche Menschen haben eine genetisch festgelegte Überstimulation der Talgdrüsen.
Da die Talgproduktion meist im Laufe des Lebens abnimmt und nicht für immer gleich bleibt, ist es sinnvoll, von einem "Zustand" und nicht von einem für immer festgelegten "Hauttypen" zu sprechen.
Hauttyp vs. Hautzustand
Umgangssprachlich werden die Begriffe "Hauttyp" und "Hautzustand" oft synonym verwendet. Allerdings handelt es sich bei den Hauttypen streng genommen um genetisch festgelegte und nicht mehr veränderbare Hauteigenschaften.
Der Hauttyp wird nach der Fitzpatrick-Klassifikation in 6 Gruppen eingeteilt. Es geht dabei sozusagen darum, wie dunkel oder hell die Haut ist. Die Einteilungskriterien berücksichtigen
- die Hautfarbe
- das Verhalten der Haut bei Sonneneinstrahlung
- die Haarfarbe
- und die Augenfarbe.
Für die Wahl der richtigen Pflegeprodukte ist es allerdings zunächst interessanter, in welchem Zustand sich deine Haut gerade befindet. So kannst du unkompliziert auf die Bedürfnisse deiner Haut schließen. Die folgende Einteilung der Hautzustände soll dir helfen, dein eigenes Hautbild leichter bewerten zu können.
Mache unseren 4-Punkte-Test, wenn du schnell & einfach deinen Hauttyp bestimmen möchtest!
2. Welche Hautzustände gibt es?
Es gibt
- Normale Haut
- Mischhaut
- Trockene Haut
- Empfindliche Haut
- Fettige/Unreine Haut
Jeder dieser Hautzustände hat spezielle Eigenschaften und Bedürfnisse. Je besser deine tägliche Pflegeroutine den Ansprüchen deiner Haut gerecht wird, desto ausgeglichener und gesünder ist deine Haut – ganz unabhängig davon, welcher Hauttyp deine Ausgangssituation darstellt.
Normale Haut: Das macht sie aus
Normale Haut hat folgende Charakteristika:
- gesund, frisch
- matt
- straff
- kleine Poren
- widerstandsfähig
Hast du normale Haut, darfst du dich glücklich schätzen!
Die "normale" Haut ist die gesunde "Vorzeigehaut", wie man sie sich nur wünschen kann. Sie ist gekennzeichnet durch ein feinporiges und frisches Erscheinungsbild.
Dadurch, dass die Talgdrüsen ausreichend, aber nicht übermäßig viel Talg produzieren, ist die Haut geschmeidig und widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Die normale Haut ist so etwas wie unsere Idealvorstellung eines Hautbildes. Sie kommt aber meistens nur bei Kindern und wenigen glücklichen Erwachsenen vor.
Achtung: Durch eine falsche Pflege oder starke Reizung kann dieser Hautzustand jedoch auch zu einem fettigen oder trockenen Hautbild wechseln!
Gönn dir Me-Time: Durch passende Pflegeroutinen unterstützt du deine Haut dabei, intakt zu bleiben.
Was braucht die normale Haut?
Da normale Haut ‘von Haus aus’ in Balance ist, brauchst du hier keine Skincare-Routine mit 10 Steps und ebenso vielen Produkten. Es reicht völlig aus, wenn du ein paar Grundregeln beachtest.
- Reinige deine Haut morgens und abends mit einem milden Reiniger, um Make-Up-Reste, Ablagerungen und Hauttalg zu entfernen und deine Haut rein und makellos zu halten.
- Verwende eine sanfte Feuchtigkeitscreme, die dein Hautgleichgewicht und den Feuchtigkeitshaushalt deiner Haut unterstützt.
- Benutze täglich Sonnenschutzmittel, um dich vor UV-Schäden und vorzeitiger Hautalterung zu schützen.
Trockene Haut: Das macht sie aus
Trockene Haut halt folgende Eigenschaften:
- schuppig und rau
- fleckig
- kleine Risse
- Juckreiz
- empfindlich
Trockener Haut fehlen die Fettanteile des Hydrolipidfilms. Das führt dazu, dass der natürliche Säureschutzmantel, der unsere Hautoberfläche umgibt, seiner Schutzfunktion nicht vollständig nachkommen kann. Wenn die Talgdrüsen nicht genug Talg bilden, spricht man auch von Sebostase.
Meist sind von diesem Hautzustand eher ältere Menschen oder Kinder vor der Pubertät betroffen.
Das Ergebnis dieses Ungleichgewichts ist ein dünnes, manchmal sogar fleckiges Hautbild mit kleinen Einrissen und Schuppen. Unangenehm ist der oft damit einhergehende Juckreiz und das Spannungsgefühl der Haut, da sie nicht so geschmeidig und dehnbar ist.
Besonders problematisch wird es im Sommer und Winter, denn
- bei niedrigen Temperaturen wird der Talg zähflüssiger und kann sich nicht so gut verteilen
- die Heizungsluft trocknet die Haut zusätzlich aus [4],
- im Sommer führt Sonneneinstrahlung schneller zu UV-bedingten Irritationen und Entzündungen als bei normaler Haut.
Beim Sonnenbaden ist UV-Schutz wichtig, um Hautschäden zu vermeiden.
Vermeiden sollte man also
- ungeschützte Sonneneinstrahlung
- zu langer Wasserkontakt, da die Haut dadurch weiter ausgetrocknet wird
- aggressive Peelings, da die Haut eher dünn und empfindlich ist
- stark entfettende Reinigungsprodukte
Was braucht die trockene Haut?
Trockene Haut braucht eine Pflege, die sowohl tiefgehend Feuchtigkeit spendet, als auch mit wertvollen Lipiden versorgt.
- Verwende täglich ein hochdosiertes Hyaluron Serum, dass deiner Haut hilft, Feuchtigkeit besser in den Zellen zu halten.
- Integriere eine sanfte Feuchtigkeitspflege mit rückfettenden Inhaltsstoffen in deine tägliche Gesichtspflegeroutine.
Die milde COSPHERA Hyaluron Creme enthält neben hochkonzentriertem veganen Hyaluron eine Kombination nährender Lipide aus Sheabutter, Traubenkernöl und Macadamiaöl.
Fettige Haut: Das macht sie aus!
Fettige Haut zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- glänzend
- feucht
- dick
- grobporig
- evtl. Unreinheiten
Das Problem der fettigen Haut ist vor allem die Überproduktion der Talgdrüsen, was auch Seborrhoe genannt wird. Dadurch wirkt die Haut glänzend und hat meistens vergrößerte Poren. Leider kann dieser Zustand sich schnell hin zu Unreinheiten und Akne entwickeln.
Betroffen sind vor allem Jugendliche in der Pubertät, da durch die Hormonumstellung die Produktion der Talgdrüsen angeregt wird. Oft ist die fettige Haut sehr widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Deshalb steht bei fettiger Haut nicht die Unterstützung des Hautschutzes im Vordergrund, sondern vielmehr die Regulation der Talgproduktion [5].
Was braucht fettige Haut?
Bei fettiger und öliger Haut kommt es darauf an, bei der Produktwahl auf den Zusatz ‘nicht komedogen’ zu achten. Das bedeutet, dass die verwendeten Inhaltsstoffe weder Unreinheiten fördern, noch die Poren verstopfen.
- Eine gründliche Reinigung ist bei diesem Hauttyp unverzichtbar. Hauttalg, Schmutz und Make-Up-Reste können sonst die Poren verstopfen und Pickel entstehen lassen. Zusätzlich kannst du regelmäßig Peelings verwenden, um deine Haut rein zu halten.
- Fettige Haut benötigt eine Pflege, die nicht zu reichhaltig ist. Verwende eine Feuchtigkeitspflege und/oder ein Serum mit Vitamin C, das mattierend wirkt und die Talgproduktion reguliert. So wird dem Entstehen von Unreinheiten vorbeugt.
- Verwendest du zusätzlich ein Retinol Serum, wird die Zellerneuerung angeregt und eventuelle Unebenheiten werden ausgeglichen.
Mischhaut: Das macht sie aus!
Diese Eigenschaften hat Mischhaut:
- T-Zone (Stirn, Nase und Kinn): eher fettige Haut
- Wangenbereich: normale bis trockene Haut
Die Mischhaut setzt sich wie der Name schon sagt aus verschiedenen Hautzuständen bzw. Hauttypen zusammen.
In der "T-Zone" (=Stirn, Nase, Kinn) ist die Talgproduktion verstärkt, wohingegen an den Wangen eine ausgeglichene bis verminderte Talgproduktion herrscht.
Was braucht Mischhaut?
Da sie zwei Hautzustände in sich vereint, hat jede Gesichtspartie unterschiedliche Bedürfnisse.
- Auch hier sollte eine tägliche, sanfte und gründliche Reinigung der erste Step in deiner Routine sein.
- Peelings solltest du nicht zu häufig und eher in der T-Zone, statt auf den Wangen, verwenden.
- Wenn die verschiedenen Hautzustände bei dir sehr stark ausgeprägt sind, kann es sinnvoll sein, für die unterschiedlichen Gesichtspartien jeweils andere Produkte zu verwenden.
- Probiere es mit Multi-Masking: Nutze eine Gesichtsmaske mit talgregulierenden und mattierenden Inhaltsstoffen auf der T-Zone und eine feuchtigkeitsspendende Maske für die trockenen Gesichtspartien.
Unsere Produkte für Mischhaut sind optimal auf die Bedürfnisse von Mischhaut abgestimmt!
Empfindliche Haut: Das macht sie aus!
Das sind die Eigenschaften der empfindlichen Haut:
- Hautreaktion auf verschiedene Inhaltsstoffe, Kleidung oder Kontakt zu anderen Substanzen
- Juckreiz, Rötung, Spannungsgefühl
- eher trockene Haut
- vermutlich unzureichende Barrierefunktion
Bei empfindlicher Haut kann sowohl der Kontakt zu verschiedenen Stoffen der Kleidung, aber auch mit vermeintlich hautfreundlichen Pflegeprodukten der Auslöser für die verschiedenen Symptome sein.
Oft wird medizinisch keine wirkliche Ursache für die Hautreaktionen gefunden, da es sich nicht um Allergien, sondern vielmehr um eine Überempfindlichkeit der Haut handelt. Man geht davon aus, dass durch die gestörte Barriereschicht unterschiedliche Stoffe leichter in die Haut eindringen und dadurch eine Abwehrreaktion erzeugen.
Außerdem wird die empfindliche Haut schnell durch Sonneneinstrahlung geschädigt, weshalb ein guter Sonnenschutz unerlässlich ist!
Bei empfindlicher Haut vermeide Produkte mit Duftstoffen.
Was braucht empfindliche Haut?
Bei sensibler Haut solltest du dir einen gründlichen Blick auf die Inhaltsstoffe von Kosmetika angewöhnen.
- Achte auf reine und hochverträgliche Inhaltsstoffe, wie du sie in Clean Beauty Skincare ( zB in der COSPHERA Hyaluron Creme) finden kannst.
- Verwende eine milde Reinigung und Feuchtigkeitspflege, die keine reizenden Wirkstoffe enthält und die Haut trotzdem mit wertvollen Pflegestoffen versorgt.
- Gönne deiner Haut einmal wöchentlich eine gut verträgliche, feuchtigkeitsspendende Maske.
- Peelings sind für diesen Hauttyp eher nicht geeignet, da sie zu Irritationen führen können.
Unreine Haut: Das macht sie aus!
Folgende Eigenschaften charakterisieren unreine Haut:
- fettige Haut
- Mitesser (= Komedonen)
- kleine Pusteln
- vergrößerte Poren
Die unreine Haut kann man als Zwischenstufe von fettiger Haut und Akne bezeichnen. Die Talgdrüsen produzieren zu viel Talg und im Vergleich zur fettigen Haut kommt es bei der unreinen Haut sogar schon zu Verstopfungen und leichten Entzündungen. So können sich Mitesser (Komedonen) bilden.
Dabei unterscheidet man zwischen
- geschlossenen Mitessern: sie liegen tiefer und sind als kleine Vorwölbungen sichtbar
- offene Mitesser, bei denen der Talg durch Melanin und Oxidationsprodukte als kleiner schwarzer Punkt erscheint.
Wichtig bei der unreinen Haut ist, den Übergang in eine Akne zu verhindern. Hier können antibakterielle, porenverfeinernde und talgregulierende Wirkstoffe helfen, wie sie in unseren Gesichtspflegeprodukten für unreine Haut enthalten sind.
Was braucht unreine Haut?
Gerade bei unreiner Haut ist eine auf deinen Hauttyp abgestimmte Pflegeroutine wichtig, um das Entstehen weiterer Unreinheiten zu verhindern und die Haut wieder in Balance zu bringen.
- Reinige deine Haut täglich mit einem sanften Reiniger ohne aggressive Inhaltsstoffe
- Bei unreiner Haut ist die Verwendung nicht-komedogener Produkte unerlässlich, um einem Verstopfen der Poren vorzubeugen.
- Inhaltstoffe wie Vitamin C & Salicylsäure (BHAs) [7] haben entzündungshemmende Eigenschaften und können die Talgproduktion regulieren
- Retinol gilt als Gold-Standard gegen Unreinheiten, da der Wirkstoff die Zellerneuerung ankurbelt und so die Poren befreit
Akne: Was macht sie aus?
Das sind typische Eigenschaften der Akne [8]:
- Pusteln, Papeln und Mitesser
- Entzündungen
- fettige Haut
- Aknenarben (mehr über Aknenarben)
Von Akne sind meist Jugendliche und vor allem männliche Jugendliche betroffen, da die Talgproduktion vor allem von männlichen Sexualhormonen angeregt wird. Dennoch kann die Akne auch nach der Pubertät bestehen. Betroffene leiden dann sogar nach Erreichen des 20. oder 30. Lebensjahrs unter der sogenannten "Erwachsenenakne".
Eine Therapie gegen Akne sollte man zu jedem Zeitpunkt sehr ernst nehmen, denn je nachdem wie ausgeprägt die Entzündungen der Haut auftreten, kann es zu bleibenden Aknenarben kommen.
Unser Tipp: Nimm’ rechtzeitig eine dermatologische Behandlung in Anspruch . So kann bleibenden Schäden vorgebeugt werden. Außerdem vermeidest du auf diese Weise den enormen Leidensdruck, der mit der Akne einhergeht.
Grundsätzlich solltest du bei unreiner Haut und besonders bei Akne darauf achten, deinen Lebensstil dahingehend zu überdenken, ob du die Voraussetzungen für ein gutes Hautbild noch verbessern kannst.
Dazu gehört
- eine gesunde, ballaststoffreiche und zuckerarme Ernährung mit wenig Milchprodukten
- regelmäßig Sport
- Rauchen und Alkohol vermeiden
Weitere Basismaßnahmen sind
- eine tägliche Reinigung und Pflege
- circa 2x wöchentlich Peelings mit Fruchtsäure oder Salicylsäure
- einmal im Monat manuelle Aknetherapie bei einer Kosmetikerin oder Dermatologin
Auf keinen Fall selbst versuchen die Pickel auszudrücken! Der Talg gelangt so tiefer in die Haut und man provoziert Entzündungen und Narben.
Neben diesen Grundvoraussetzungen unterscheidet man bei der Aknetherapie zwei unterschiedliche Ansätze:
- Topische Therapie, also alle Wirkstoffe die direkt auf die Haut aufgetragen werden
- Systemische Therapie, also zum Beispiel Medikamente gegen Akne [9] [10]
- Retinoide (Vitamin A Derivate)
- Benzylperoxid (vermindert Bakterienzahl und somit Entzündungen)
- Azelainsäure (Hautschuppen lösen sich gleichmäßig ab)
- Antibiotika (gegen Bakterien)
- Antibiotika bei mittelschwerer bis schwerer Akne
- bei stärkster Akne Isotretinoin (hat viele Nebenwirkungen, nur falls andere Therapieformen versagen)
Unser Test Welcher Hauttyp bin ich? hilft dir, deinen Hauttyp zu bestimmen.
3. Die Hauttypen nach Fitzpatrick
Zurück zu unserer Eingangsfrage: Welche Hauttypen gibt es? Denn wie schon gesagt, eigentlich handelt es sich bei Mischhaut, unreiner Haut & Co. um Hautzustände. Deshalb klären wir jetzt, was der Begriff ‘Hauttypen’ aus wissenschaftlicher Sicht eigentlich bedeutet.
Schon im Jahr 1975 hat der amerikanische Dermatologe Thomas Fitzpatrick eine Einteilung der Hauttypen in 6 Gruppen eingeführt. Diese Einteilung beruht darauf wieviel Eumelanin (Hautfarbstoff) in der Haut enthalten ist - also einfach ausgedrückt wie dunkel oder hell die Haut ist [11].
- Hauttyp I: Keltischer Typ
- Hauttyp II: Nordischer Typ
- Hauttyp III: Mischtyp
- Hauttyp IV: Mediterraner Typ
- Hauttyp V: Dunkler Typ
- Hauttyp VI: Schwarzer Typ
Sobald unsere Haut der Sonne ausgesetzt ist, beginnt unser natürlicher Sonnenschutz: durch den Hautfarbstoff versuchen sich die Zellen vor den schädlichen UV-Strahlen abzuschirmen.
Abhängig davon, wo man auf der Welt lebt, ist man mehr oder weniger der Sonne ausgesetzt und hat dementsprechend von Geburt an mehr oder weniger Bedarf an Eumelanin (also unserem natürlichen Sonnenschutz der Hautzellen). Diese Grundausstattung ist genetisch festgelegt und ändert sich im Gegensatz zu dem Hautzustand nicht mehr.
Um sich also ausreichend vor der Sonne zu schützen, sollte man seinen Hauttypen gut kennen.
Dafür lohnt es sich, einen Blick auf die folgende Einteilung zu werfen.
Hauttyp I
Merkmale:
- sehr helle Hautfarbe
- rötliches oder sehr helles Haar
- helle Augenfarbe
- Sommersprossen
Menschen mit Hauttyp I haben ausgesprochen helle Haut, helle bis rötliche Haare und auch die Augenfarbe ist eher hell - also blau oder grün. Meistens haben sie Sommersprossen, die im Sommer zunehmen.
Sie bekommen sehr schnell einen Sonnenbrand und haben ein enorm hohes Hautkrebsrisiko. Dieses sollte nicht unterschätzt werden, weshalb Menschen mit Hauttyp I am besten die Mittagssonne vollständig meiden und sehr streng auf einen guten Sonnenschutz achten [13].
Eigenschutzzeit: unter 10 Minuten
Die Eigenschutzzeit ist die Zeit, in der man sich ungeschützt in die Sonne begeben kann, ohne dass die UV-Strahlen Schaden anrichten.
Hauttyp II
Merkmale:
- helle Hautfarbe
- blond oder hellbraune Haare
- blaue, graue oder grüne Augen
- Sommersprossen
Menschen mit Hauttyp II haben ebenfalls eine helle Haut- und Haarfarbe. Im Sommer bekommen sie zwar nicht so schnell einen Sonnenbrand wie Menschen mit Hauttyp I, allerdings werden sie auch nur ganz langsam braun (und davor eher rot). Dementsprechend hoch ist auch hier das Hautkrebsrisiko.
Besonders um die Mittagszeit sollte man sich unbedingt im Schatten aufhalten und sich ansonsten gut mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor oder langer Kleidung schützen.
Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten
Hauttyp III
Merkmale:
- mittelhelle Hautfarbe
- dunkelblonde oder braune Haarfarbe
- jegliche Augenfarbe möglich
- kaum Sommersprossen
Menschen mit Hauttyp III sind schon etwas dunkler und auch die Augenfarbe kann von blauen bis zu braunen Augen variieren. Im Sommer bekommen sie selten einen Sonnenbrand und werden eher braun.
Dennoch besteht auch hier die Gefahr für Hautkrebs, die leider leicht unterschätzt wird, da Menschen mit Hauttyp III sich oft in falscher Sicherheit wiegen. Aussagen wie "ich bekomme nie einen Sonnenbrand" sollten nicht mit "ich bekomme nie Hautkrebs" gleichgesetzt werden.
Eigenschutzzeit: 20 bis 30 Minuten
Hauttyp IV
Merkmale:
- bräunliche Hautfarbe
- braune Haare
- braune Augenfarbe
Menschen mit Hauttyp IV haben meistens braune Haare und Augen und werden im Sommer bei Sonneneinstrahlung sehr schnell braun. Dabei bekommen sie sehr selten einen Sonnenbrand und haben ein entsprechend etwas niedrigeres Risiko an Hautkrebs zu erkranken.
Dennoch sollte man sich auch mit Hauttyp IV nicht ungeschützt den UV-Strahlen aussetzen, da nicht nur die UV-B Strahlen, die für die Hautbräunung verantwortlich sind, sondern auch UV-A Strahlen unsere Hautzellen schädigen können und vorzeitige Hautalterung begünstigen.
Eigenschutzzeit: über 45 Minuten
Hauttyp V
Merkmale:
- hellbraune bis dunkelbraune Hautfarbe
- braune Augen
- dunkelbraune bis schwarze Haare
Menschen mit Hauttyp V werden schnell und sehr intensiv braun und bekommen dabei nahezu nie einen Sonnenbrand. Das Hautkrebsrisiko ist eher gering, aber dennoch vorhanden. Deshalb sollte man sich auch mit dunkler Hautfarbe gut vor der Sonne und den verschiedenen UV-Strahlen schützen.
Eigenschutzzeit: über 60 Minuten
Hauttyp VI
Merkmale:
- dunkelbraune bis schwarze Hautfarbe
- dunkelbraune Augenfarbe
- schwarze Haarfarbe
- keine Sommersprossen
Auch wenn das Hautkrebsrisiko bei Menschen mit Hauttyp VI gering ist, gibt es leider keinen Hauttyp, bei dem man sagen kann, dass überhaupt kein Risiko durch die UV-Strahlung besteht.
Eigenschutzzeit: über 90 Minuten
Merke: Hauttypen, Hautfarbe und Sonnenempfindlichkeit hängen zusammen
Man kann also sagen, dass es eine "gesunde Bräune" eigentlich gar nicht gibt, denn sobald die Haut beginnt, sich dunkler zu färben, ist sie gestresst und in einem "Abwehrmodus". Dennoch freut man sich paradoxerweise jedes Mal, wenn man aus dem Urlaub kommt und die Freunde einem zur "gesunden Bräune" gratulieren. Leider ist in den letzten Jahren das Auftreten von Hautkrebs enorm gestiegen, weshalb man sich gut überlegen sollte, ob dieser Moment das Risiko wert ist.
In einer Studie der Universität Ulm konnte übrigens gezeigt werden, dass nur 24 % der Befragten in der Lage sind, ihren Hauttypen richtig einzuschätzen [12].
4. Veränderungen der Haut
Dass sich der Hautzustand mit der Zeit verändert, ist jedem klar. Man kann sich der Hautalterung und den damit einhergehenden natürlichen Veränderungen nicht wirklich entziehen. Dabei wissen die Wenigsten, dass sich die Haut nicht nur im Laufe des Lebens, sondern auch im Laufe eines Monats oder sogar eines Tages zyklisch verändert [5].
Tagesrhythmus der Haut
Tagsüber: Schutz vor äußeren Einflüssen Nachts: weniger Barrierefunktion, Regeneration
Im Laufe des Tages ist unsere Haut zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, weshalb die Barrierefunktion im Vordergrund steht. Dadurch ist die Haut widerstandsfähiger gegenüber äußeren Reizen. Diesen Zustand kann man sich dadurch zunutze machen, indem man tagsüber
- Peelings macht
- stärkere Reinigungen durchführen kann (wenn nötig)
- Kosmetikbehandlungen durchführen kann
- die Barrierefunktion der Haut durch Sonnenschutz zusätzlich unterstützt.
Nachts steht die Regeneration im Vordergrund. Deshalb sollte man vor allem abends eher milde und hautfreundliche Produkte verwenden, und durch eine wirkstoffreiche Creme die Regenerationsprozesse der Haut unterstützen. Hier kann die Haut auch von rückfettenden Hautcremes profitieren. Dadurch, dass die Hautdurchblutung gesteigert ist, können die Inhaltsstoffe besser aufgenommen werden, was man durch eine leichte abendliche Gesichtsmassage (zum Beispiel beim Eincremen) gerne unterstützen kann.
Abends sollte man also
- die Hautregeneration mit milden Produkten unterstützen
- die Haut schonen und eher rückfettende Cremes verwenden (je nach Hautzustand)
- gewünschte Wirkstoffe verwenden
Monatsrhythmus der Haut
Viele Frauen beklagen die Hautveränderungen, die während des Monatszyklus auftreten. Im Laufe des Monats schwanken die unterschiedlichen Hormonkonzentrationen, was die Grundlage für die monatliche Blutung ist [14].
Diese hormonellen Schwankungen sind der Grund für die Schwankungen unseres Hautbildes, da Östrogen in der ersten Zyklushälfte ansteigt und in der zweiten Hälfte wieder abfällt. Dieses Hormon ist bekannt dafür, dass es unsere Haut schön und geschmeidig macht und uns den gewünschten ebenen Teint schenkt.
Pflegetipps für die Periode:
- Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte
- Der Haut Entspannung und Ruhe gönnen, keine aggressiven Reinigungen
Pflegetipps für die Follikelphase:
- Zeit für Reinigungen und Peelings
- Reichhaltige Masken und Cremes
Pflegetipps für die Ovulationsphase:
- Peelings
- Beste Zeit für kosmetische Behandlungen
Pflegetipps für die Lutealphase:
- Nicht-komedogene Pflege verwenden
- Tägliche milde Hautreinigung
- Eventuell Salicylsäure, Milchsäure, Glykolsäure
- Auf ausreichend Sonnenschutz achten
- Auf Ernährung und Stresslevel achten, um das Hautbild nicht negativ zu beeinflussen
Hautalterung
Bereits ab Mitte 20 beginnt die Hautalterung, spätestens ab dem 30. Lebensjahr sind dann meistens die ersten Anzeichen in Form von kleinen Falten sichtbar.
Bei richtiger Pflege (und/oder guten Genen) sieht deine Haut bis ins hohe Alter gut aus.
Der Prozess der Hautalterung ist genetisch festgelegt und kann leider nicht aufgehalten werden. Allerdings spielen neben diesen intrinsischen Faktoren [15] auch zahlreiche extrinsische Faktoren eine wichtige Rolle. Diese kann man durchaus beeinflussen und die Hautalterung verlangsamen.
Natürliche Prozesse der Hautalterung
- Stoffwechsel- und Syntheseleistung werden langsamer
- Durchblutung nimmt ab
- Elastizität nimmt ab (Kollagenfasern)
- weniger Hyaluronsäure
- weniger Talgproduktion, damit trockenere Haut
Äußere, verstärkende Faktoren der Hautalterung
- UV-Strahlung!!!
- Rauchen
- Alkohol
- schlechte oder nährstoffarme Ernährung
- übermäßiger Stress
- Luftverschmutzung
- schlechte Hautpflege
Tipps zur Hautpflege im Alter [16]:
- Milde Reinigung, keine Aggressiven Seifen oder mechanische Peelings
- Feuchtigkeitsspendende Pflege, rückfettende Cremes
- Sonnenschutz
- Coenzym Q10 (geringere Faltentiefe)
- Retinol (erhöht Dicke der Epidermis)
- Chemische Peelings (fördern Regeneration)
- Hyaluronsäure (Verbesserung der Hautfeuchtigkeit)
- Vitamin E, Vitamin C (antioxidativ)
- Vitamin B5 (zB.: Calciumpantothenat - regenerativ, beruhigend)
- Antioxidative Wirkstoffe (zB.: OPC oder Resveratrol)
Unsere COSPHERA Performance Pflegeprodukte für reife Haut helfen dir, deine Haut reichhaltig zu pflegen.
Fazit: Welche Hauttypen es gibt, ist eine wichtige Frage für die richtige Pflegeroutine!
Wichtig ist vor allem der Unterschied zwischen Hautzustand und Hauttyp. Der Hautzustand kann sich im Laufe des Lebens ändern, wohingegen der Hauttyp genetisch festgelegt ist. Um die geeignete Pflege zu finden, solltest du wissen, in welchem Zustand sich deine Haut gerade befindet, da sich daraus ihre Bedürfnisse ableiten.
Stellst du dir noch immer die Frage: Welcher Hauttyp bin ich? Mache hier den Hauttyp-Test!
Meistens entwickelt sich die Haut von einer eher fettigen Haut im Jugendalter hin zu einer eher trockenen Haut im höheren Alter. Dennoch können in jedem Alter die unterschiedlichsten Hautprobleme durch zahlreiche äußere und innere Einflüsse auftreten.
Wichtig bei der Pflege ist es dann, zu wissen welche Hauttypen es gibt, dann auf diese Probleme einzugehen, und der Haut genau das zu geben, was sie gerade benötigt.
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[1] https://media.dav-medien.de/sample/9783804725355_p.pdf
[2] Hoffmann, S. L. (2016). Einfluss von Risikofaktoren, Umständen der Diagnosestellung und Früherkennungsmaßnahmen auf die Tumordicke nach Breslow bei Patienten mit malignem Melanom (Doctoral dissertation, Niedersächsische Staats-und Universitätsbibliothek Göttingen).
[3] Bährle-Rapp, M. (2007). Hautzustand. In Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege (pp. 251-251). Springer, Berlin, Heidelberg.
[4] Adler, Y. (2016). Haut nah. Alles über unser größtes Organ.
[5) Ellsässer, S. (2008). Pflegeanleitungen und Hautschutz für den ganzen Körper. Körperpflegekunde und Kosmetik: Ein Lehrbuch für die PTA-Ausbildung und die Beratung in der Apothekenpraxis, 159-193.
Bährle-Rapp, M. (2007).[6] Panthenol. In Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege (pp. 399-399). Springer, Berlin, Heidelberg.
[7] STAUBER-REICHMUTH, G. I. S. E. L. A. Pflege der seborrhoischen, zu Akne neigenden Haut.
[8] Degitz, K., Placzek, M., Borelli, C., & Plewig, G. (2007). Pathophysiologie der Akne Pathophysiology of acne. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, 5(4), 316- 324.
[9] Nast, A., Bayerl, C., Borelli, C., Degitz, K., Dirschka, T., Erdmann, R., ... & Gollnick, H. (2010). S2k-Leitlinie zur Therapie der Akne. Journal der Deutschen dermatologischen gesellschaft, 8.
[10] Lam et al.: Hidradenitis Suppurativa (Acne inversa): Management of a Recalcitrant Disease. In: Pediatric Dermatology. Band: 24, Nummer: 5, 2007, doi: 10.1111/j.1525- 1470.2007.00544.x.| Open in Read by QxMDp.465-473.
[11] Fitzpatrick TB. The Validity and Practicality of Sun-Reactive Skin Types I Through VI. Arch Dermatol. 1988;124(6):869–871. doi:10.1001/archderm.1988.01670060015008
[12] Schneider, L. A., Neckermann, V., Dezham, P., & Eigentler, T. (2016). Patienten schätzen ihren Hauttyp zu dunkel ein. hautnah dermatologie, 32(5), 28-29.
[13] Lang, V. (2019). UV-induzierter nichtmelanozytärer Hautkrebs bei Außen-und Innenberufsgruppen: Eine Querschnittstudie (Doctoral dissertation, Technische Universität München).
[14] Janni et al.: Facharztwissen Gynäkologie. Elsevier 2017, ISBN: 978-3-437-29896-7.
[15] Zouboulis, C. C. (2003). Intrinsische Hautalterung. Der Hautarzt, 54(9), 825-832.
[16] Bayerl, C. (2005). Topische Externa in der Hautalterung. Der Hautarzt, 56(4), 328-339.
